Juni 2018

Die Idee Marseilles

Ein Essay, der sich mit der essayistischen Darstellungsweise Benjamins beschäftigt, wie er sie in der Erkenntniskritischen Vorrede entwirft und die den Anspruch postuliert, die Idee in den Phänomenen durch die Sprache der Bilder erscheinen zu lassen. Dieser Text versucht diese Vorgehensweise an Benjamins Städtebild zu Marseille aufzuzeigen.

Es gibt viel zu tun

Diese Videoperformance hatte ich stets etwas anders imaginiert, nachdem Johann G. mir an einem lauen Sommerabend bei einem Aperitif von seiner Idee erzählt hatte. In meiner Vorstellung trug die Aktion mehr Bewegung, mehr durch-die-Stadt-hetzen mit Werkzeug bewaffnet in sich. Doch in dem Endprodukt findet sich nun durch die Ruhe der Bewegung und der Idylle des sonnigen Tages, die mit dem revolutionären, ein wenig auch seltsamen doch auch verbrecherischen Aussehen des Darstellers kontrastiert wird, eine dialektische Wirkung, die ihre Synthese in der verschönernden, doch übergriffigen mit ein wenig gesunder aggressiver Ausstrahlung durchmischten Zurückeroberung des urbanen Raums. Denn man sollte nicht vergessen: Die wahren Verbrecher sind die Unholde, die diese Reparatur wenige Tage später rückgängig machten und Johann G. so mit einem traurigen Gesicht zurückließen, als er mir von dieser Untat berichtete. – Fluvius Raon