Gedichte von Ikarus

Von den Tugenden

Wollt ihr denn nicht begreifen,

Dass es nicht wohl tut, sich zu enthalten?

Nehmt meinen Rat an ihr Keuschen

Und eure Lust kann sich bald schon entfalten.

Fröhnt mit mir den Begierden

Ihr durch die Tugend Lädierten.

Seht in der Entgrenzung den Sinn

und gebt euch dem Dionysischen hin.

Wollt ihr mir denn nicht beipflichten still,

Dass es nicht lohnend ist, tapfer zu streben.

Denkt nur an Hektor und den Achill,

Die ihres Mutes wegen ließen ihr Leben.

Was gehen uns fremde Kriege an?

Wir sind nur unserer selbst ein Untertan.

Seht in der Entgrenzung den Sinn

und gebt euch dem Dionysischen hin.

Was redet ihr mir von Gerechtigkeit?

Glaubt ihr denn, man kann sie finden?

Strebt ihr wie bisher, ist sie noch weit.

Ihr müsst euch selbst überwinden!

Normen und Formen sind mir ein Graus.

Erst die Entgrenzung macht mich groß.

Die Suche geht über Apollon hinaus;

und endet bei Dionysos!

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